Schon wieder: Ramming durch Partyfloß

Unsere Anziehungskraft scheint ungebrochen. Unsere Steganlage wohl bald
nicht mehr.

Am 25. Mai fuhr, schon wieder, ein „führerscheinfrei führbares
motorgetriebenes Kleinfahrzeug“ in unsere Steganlage.

Gegen 19:30 Uhr passierte ein mit 12 Personen besetztes Partyfloß aus
Richtung Schmöckwitz unseren Verein. Nach lautstarken „Tommy, Tommy,
Tommy“ – Rufen krachten etwa 3 Tonnen Boot und Crew gegen unseren
Duckdalben. 11 Personen wurden Richtung Vorschiff geschleudert und
landeten übereinander auf den Decksplanken. Der Dalben legte
sich mit beachtlicher Amplitude zur Seite, hielt dank solider Bauweise
aber Stand. Nachdem das Floß wieder vom Dalben frei war, setzte der
Schiffsführer seine Fahrt unverzüglich fort, obwohl er mehrfach durch
Mitglieder, welche den gesamten Hergang beobachtet hatten, vom Land aus
zum Anhalten und Klären des Sachverhaltes aufgefordert wurde.

Fabi und Ravi nahmen die Verfolgung per Schlauchboot auf und stellten
die Flüchtigen etwa einen Kilometer weiter. Sie mussten feststellen,
dass Crew und Steuermann augenscheinlich stark alkoholisiert waren. Das
Wortgefecht konnte nicht gewonnen werden, Personalien wurden nicht
bekannt gegeben, der Vorfall abgestritten. Auch wer der Schiffsführer
war konnte/wollte nicht bekannt gegeben werden (Name: siehe oben). So
wurde telefonisch die Wasserschutzpolizei um Hilfe gebeten, welche die
Delinquenten dann an der Verleihstation in Empfang nehmen wollten. Der
Schaden am Boot war wohl nicht unerheblich.

Eine halbe Stunde früher befanden sich an der Stelle des Geschehens
Kinder und Jugendliche aus drei Trainingsgruppen beim Einlaufen in den Hafen.
Weitere Ausführungen hierzu sind wohl nicht notwendig.

Unser Duckdalben hat das Geschehen anscheinend ohne größeren Schaden
überstanden. Bollwerkprofil, doppelt verschweißt – beim Stegbau anno
2000 eine weise Entscheidung. Ohne diesen hätte es an einigen Booten
erhebliche Schäden gegeben. Und wieder einmal hatten wir großes Glück, dass keine Menschen zu Schaden kamen.

Ein großes Dankeschön an Fabi und Ravi für euren Einsatz. Es war
sicher eine besondere Herausforderung, sich mit der beschriebenen Crew
auseinanderzusetzen und dabei sachlich und zielführend zu agieren.

Beim anschließenden Betrachten der Stegecke, welche im Mai 2020 von
einem Motorboot getroffen wurde (siehe Beitrag von 13.05.2020), nachdem
besagter Duckdalben schlimmeres verhindert hatte, mussten wir feststellen, dass die gesamte Reihe Gitterrosten gut zwei Handbreit Richtung Land verschoben waren.
Das war dann wohl eine Begegnung, welche nach dem diesjährigen Abslippen
und ohne unsere Kenntnis stattfand.
Und: Nein, es fand sich hierzu auch kein Zettel im Briefkasten.

Neue Boote, emsiges Treiben und was sonst noch passiert

Der März ist ja bekanntlich der Monat in welchem manchem*er in Erinnerung kommt, dass da ja noch ein Boot darauf wartet für die Saison vorbereitet zu werden. Entsprechend sind in der Segelgemeinschaft Wendenschloss derzeit vermehrt diesbezügliche Aktivitäten zu beobachten. Es wird geschliffen, lackiert, poliert und es duftet nach Poliermittel, Wachs und Antifouling. Höchste Zeit, denn am 09.04. wird abgeslippt. Und so wird wohl vielleicht auch der eine oder andere Punkt in der aktuellen to do-Liste in das nächste Jahr verschoben? Wie auch immer, es ist schön zu sehen, dass langsam wieder Leben einzieht.

Nach der Winterpause hat das erste Boot am 19.03. an unserer Steganlage festgemacht. Und obendrein noch ein „Neuzugang“. Eine Neptun 22 fand den Weg zu uns und hat in der SGW einen neuen Heimathafen gefunden. Erste Probeschläge bei frühlingshaftem Wetter fanden ebenfalls schon statt. Wir beglückwünschen die neuen Eigner zum Umstieg von der Jolle auf ein familientaugliches „Dickschiff“.

Einen Tag später konnten wir das zweite für uns neue Boot begrüßen. Eine Sunbeam 22 vom Bodensee steht auf dem Sattelplatz und wartet darauf geslippt zu werden. Auch hierzu den neuen Eignern herzlichen Glückwunsch zum ersten eigenen Boot vom Umstieg von der Ixylon.

So kann es weitergehen. Mit den erwähnten Booten sowie einer weiteren Ankündigung eines Bootserwerbes sind alle Stände an unserer Steganlage vergeben. Es gilt nun unsere „Reservestände“ am Bollwerk zu aktivieren um auch hier den gewohnten Standard zu schaffen.

Unser Jugendleiter ist mittlerweile, neidisch beobachtet, mit seinem FD zu ersten Trimmschlägen unterwegs. Angesichts der derzeitigen Wetterlage sowie des schönen Anblicks mäandern die Gesichtsausdrücke der Beobachter*innen zwischen Bewunderung, Neid und Skepsis.

Am kommenden Sonnabend findet das Abslippen der Dickschiffe und Auslagern der Jollen statt. Der Termin wurden am gestrigen Arbeitseinsatz mit dem Aufklaren des Geländes und dem Prüfen der Technik, wie gewohnt eine Woche vorher, vorbereitet. In diesem Zug wurde ein Kielboot von unserem Außengelände zum Krantermin in den YCW verholt. Am Nachmittag standen damit dann schon zwei Boote in den Boxen.

Nach dem Abslippen wird unsere Bootshalle wieder vorrangig dem Kinder- und Jugensport zu Verfügung stehen. Hoffen wir darauf, hierfür vor Rasmus‘ und Petrus‘ Augen Gnade zu finden.

Ruhe im Schiff?

Je nach dem.

Wenn es um die Aktivitäten im Hafen der SGW geht, so ist es seit letztem Sonnabend wieder äußerst ruhig geworden. Bei Kaiserwetter fand das Aufslippen der Dickschiffe statt. Pünktlich um 09:00 Uhr begann das Verholen der Boote in unsere Halle sowie auf das Außengelände. Gewohnt unaufgeregt und professionell wurde geslippt, umgesetzt und eingelagert.

Besonders zu bemerken ist die Teilnahme unserer Jugendgruppe in diesem Jahr. Die Mitarbeit verlief außerordentlich diszipliniert und umsichtig. Obwohl die zu bewegenden Boote bis zu 5 t schwerer und entsprechend größer als ein 420er waren gab es keine Berührungsängste. Hebe- und Förderzeuge bedienen, Quertransport, Umsetzen, Abpallen – kein Problem. An dieser Stelle noch einmal ein großes Dankeschön.

Gegen 15:00 Uhr wurde der Arbeitseinsatz offiziell beendet. Alle Boote standen an ihrem Platz, die Technik war wieder verstaut und das Außengelände aufgeklart. Dank Sachkenntnis, Umsicht und Disziplin aller Beteiligten gab es keinerlei kritische Situationen. Schäden oder Ausfälle blieben ebenso aus.

Zur Überraschung wurden im Anschluss alle Anwesenden von zwei guten Feen zu Linseneintopf, Bockwurst und frischen Schrippen eingeladen. Herzlichen Dank an euch, was für eine schöne Idee. So wurde bei Sonnenschein noch ausgiebig geklönt und geschnackt.

Ein Boot liegt noch an unserer Steganlage, die Blätter fallen reichlich und es sieht nach Winterschlaf aus. Trotzdem wird bis zum Jahreswechsel noch einiges auf unserem Vereinsgelände stattfinden. Ende November werden wir mit vereinten Kräften die Laubmassen zum Abtransport zusammentragen. Zwei 420er warten auf dem Sattelplatz auf ihren Einsatz zum diesjährigen Trainingsabschluss in Form unserer traditionellen Nikolausregatta Anfang Dezember. Unsere Winterwanderung beginnt und endet in diesem Jahr Mitte Dezember in unserem Heimathafen.

Ruhe im Schiff – eher nicht. Wenn das Wetter weiterhin so sommerlich bleibt werden sicher schnellstens die ersten Überholungsarbeiten starten. Trotz aller Wehmut die Segelsaison bei 16° C, Sonnenschein und 3 Bft zu beenden, ein Trost bleibt: Geht jetzt Equipment über Bord macht es nicht plupp sondern nur pling.

Tomas Fischer, Technischer Leiter

„Neue“ Boote

Trotz, oder gerade wegen, der anhaltenden Pandemie gab es auch in diesem Jahr Bewegung im Bootsbestand der Segelgemeinschaft Wendenschloss.

Zum Saisonbeginn wechselte eine Jaguar 25 ihre Besitzer und wir konnten die neuen Eigner als neue Vereinsmitglieder in der SGW willkommen heißen.

Im August fand eine Dehlya 22 samt Eigner vom Senftenberger Revier bei uns einen neuen Heimathafen sowie Aufnahme in unseren Verein. Zeitgleich wurde ein 22ft-Kielboot verkauft und liegt seitdem als Gastlieger bei uns.

Als aktuellsten Neuzugang konnte heute eine Dehler 25 HS vom Revier Kloster Lehnin in unserem Hafen sowie die Eignerin als neues Mitglied bei uns begrüßt werden.

Wir wünschen allen neuen Mitgliedern und Eignern/innen allzeit guten Wind und immer eine Handbreit Wasser unterm Kiel.

Mit heutigem Stand finden sich an unserer Steganlage noch zwei freie Stände. Eine schöne Entwicklung, nicht nur für unsere „Außendarstellung“.

Tomas Fischer, Technischer Leiter

Wlan? Ham wa!

Das mit dem Internet ist ja für uns alle Neuland. Um so erfreulicher ist es, dass wir nun auf dem gesamten Vereinsgelände, einschließlich Steganlage, ein äußerst leistungsstarkes wlan zur Verfügung haben.

Hatten wir in der Vergangenheit schon die Möglichkeit uns kabellos mit der weltweiten Seglerschaft zu verbinden geht es nun doch ungleich schneller sowie flächendeckend bis zum letzten Dalben. Auslegung, Beschaffung, Anfertigung von Befestigungstechnik, Installation und Einrichten des Netzwerkes wurden im kleinen Kreis und „konspirativ“ ausgeführt. Hierfür an dieser Stelle herzlichen Dank an alle Beteiligten.

Obwohl, dieses sogenannte Internet wird sich wahrscheinlich auf Dauer nicht durchsetzen.

6 aus 3

Nach gefühlt endlosen Monaten, in denen unsere Messe aufgrund der Verordnungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie geschlossen bleiben musste, war es heute dem Vorstand möglich den Mitgliedern die Nutzung der Vereinsräume, wenn auch unter Auflagen, wieder zu gestatten.

6 Personen aus 3 Haushalten den Zugang zu ermöglichen ist nicht viel aber immerhin ein Anfang endlich wieder mehr SegelGEMEINSCHAFT leben und erleben zu können.

Ein Lichtblick

Abslippen, die Zweite

Sonnabend, 10.04.2021., morgens 09:00 Uhr. Die gleiche Prozedur wie vor zwei Wochen?

Nicht ganz. Die Temperatur knapp zweistellig, fast kein Wind, ein bisschen Nieselregen. Erneut trafen sich Eigner und Eignerinnen, wieder auf Einladung des Technischen Leiters, zum zweiten Sliptermin in diesem Jahr. Wie gewohnt wurden vor Beginn der Arbeiten die Anwesenden zur strikten Einhaltung der Maßnahmen zur Pandemieeindämmung angewiesen sowie die notwendigen Arbeitsschutzmaßnahmen erläutert.

Auf dem Programm standen neben dem Abslippen von Booten das Aufklaren des Außengeländes sowie das ab 10:00 Uhr zeitversetzt geplante Auslagern der privaten und vereinseigenen Jollen, welches durch unseren Jugendleiter Denes organisiert und geleitet wurde.

Zügig wurden Boote geslippt und Hafentrailer ins Sommerlager verholt so dass das Auslagern der Jollen gegen 10:30 Uhr beginnen konnte. Jollenregale und Zwischendeck leerten sich äußerst schnell und professionell. Selbstredend wurde auch hierbei auf die konsequente Einhaltung der Corona- und Arbeitsschutzregeln geachtet.

In diesem Jahr blieben, aus den verschiedensten Gründen, mehr Boote an Land als gewohnt. Somit musste mehr rangiert werden als allgemein üblich. Da unsere Bootshalle im Sommer dem Kinder- und Jugendsport sowie unseren Jollenseglern/innen zur Verügung steht fanden nicht alle Dickschiffe in der Halle Platz.

Bereits gegen 13:30 Uhr waren die geplanten Arbeiten abgeschlossen. Weitere 6 Boote liegen seitdem im Hafen. Auf dem Sattelplatz liegen kieloben diverse 420er und Ixylon. In der Halle steht eine beachtliche Optiflotte bereit zum Aufriggen, 3 Trainerschlauchboote warten getestet auf den ersten Einsatz in diesem Jahr. In der Halle ist jede Handbreit Fläche belegt. In den kommenden Wochen werden weitere Boote abgeslippt, so dass bis zum ersten Wassertraining sowie zur Überholung der vereinseigenen Jollen der gewohnte Platz bereit stehen wird.

Nach einer kurzen Mittagspause wurden in der Jugendgruppe Jollen-Riggs geprüft, Bootsmaterial zugeordnet und der Materialbedarf für den weiteren Aufbau unseres neuesten Straßentrailers vorgenommen. Diverse Riggs wanderten aus den Mastknaggen Richtung Steganlage und wurden auf unbemastete Boote gebracht. Nutzer von vereinseigenen Ixylon legten fest, welche Arbeiten vor dem Aufriggen am Rumpf zu erledigen sind.

Wie der diesjährige Saisonstart aussieht wird sich zeigen. Abstand und Einsicht in die Notwendigkeit sich und andere weiterhin vor Ansteckung zu schützen sind wohl die entscheidenen Voraussetzungen die bevorstehende Segelsaison ausgiebiger nutzen zu können als die des vergangenen Jahres. Mit Stolz können wir in diesem Zusammenhang auf unsere Kinder- und Jugendgruppe blicken, welche hierbei seit über einem Jahr konsequent und vorbildlich sowie mit großer Selbstverständlichkeit agiert.

Unsere Steganlage ist endlich wieder mit Booten belegt. Am Land stehen die ersten Jollen aufgeriggt bereit. Ein schöner Anblick.

Tomas Fischer, Technischer Leiter

Abslippen, die Erste.

Sonnabend, 27.03., morgens 09:00 Uhr. Zwei Wochen vor dem ursprünglich geplanten Absliptermin haben sich eine handvoll Sportfreunde/innen verabredet, um ihre Boote im Rahmen eines vorgezogenen ersten Abslippens vom Winterlager in den Hafen zu verholen.

Traditionell findet an diesem Termin, zwei Wochen vor dem Abslippen, ein Arbeitseinsatz statt an dem die Sliptechnik geprüft, Boote und Hafentrailer vorbereitet und unsere Halle beräumt werden um ein reibungsloses Abslippen zu gewährleisten. Im nunmehr zweiten Jahr nach Corona sind die Gegebeneiten jedoch bekannterweise anders als gewohnt. So wurde der Arbeitseinsatz zum Schutz unserer Mitglieder bereits vor vier Wochen abgesagt.

Mit Blick auf die stets viel zu kurze Segelsaison sowie die nicht vorhersehbare Entwicklung der Kontaktbeschränkungen gab es jedoch den Wunsch einiger Mitglieder diesen Tag für einen ersten Sliptermin zu nutzen. Der Vorstand griff den Vorschlag auf und beschloss nach eingehender Diskussion dem stattzugeben. Entscheidend hierbei war unter anderm, durch das Verteilen des Abslippens auf mehrere Termine, die Möglichkeit zu nutzen die Anzahl der jeweiligen Kontakte zu minimieren.

So standen zum Termin, auflagenkonform medizinisch maskiert und auf Abstand, die Aktiven bereit um unter Leitung des Technischen Leiters Boote zu rangieren und umzusetzen. Die Arbeiten wurden ausgesprochen routiniert und zügig durchgeführt, so dass nach knapp 2,5 Stunden 5 Dickschiffe geslippt, 2 Jollen und ein Trainerschlauchboot ausgelagert und ein Kielbboot zum Kranen in den Nachbarverein verholt waren.

Das Wetter hierbei? Heftige Böen, kräftige Schauer, kräftige Schauer mit heftigen Böen, dazwischen Sonnenschein bei 6° C (über Null!) waren nicht gerade ideale Bedingungen. Es kann schon Boshaftigkeit unterstellt werden, wenn Rasmus genau in dem Moment eine Bö einfallen läßt, an dem das letzte Bändsel am Winterplan gelöst wird oder Petrus einen Minutenschauer loslässt wenn Boote auf dem Außengelände bewegt werden. Wobei, auf dem Wasser wären dies die klassischen Anlegeböen gewesen. Da sich niemand der Anwesenden erinnern konnte wann wir beim Slippen das letzte Mal nass geworden sind, war es letztlich auch egal. Irgendwann musste es uns ja auch wieder treffen. Immerhin, es hätte auch hageln oder schneien können.

Nach insgesamt 4 Stunden liegen 6 Boote im Hafen, das Schlauchboot steht getestet und einsatzbereit in der Halle, ein 420er steht aufgeriggt auf dem Sattelplatz, eine Ixylon steht kieloben zum polieren in der Halle. Wie schon im letzen Jahr konnte festgestellt werden, dass eine kleinstmögliche Anzahl an Mitwirkenden (sofern aus Sicht der Arbeitssicherheit ausreichend) dem Ablauf eher förderlich sind. Ein Dankeschön an alle Beteiligten: Während der gesamten Zeit Abstand zu halten und ausnahmslos maskiert zu arbeiten war eine Herausforderung, besonders im Regen und mit Sehhilfe auf der Nase. Weiterhin ein Dank allen Eigner/innen deren Boote für das Hallentetris an diesen Tag bewegt werden durften.

Sofern es keine verschärften Auflagen zur Kontaktbeschränkung gibt geht es in zwei Wochen mit dem Abslippen in der Segelgemeinschaft Wendenschloss weiter. 10.04.2021, 09:00 Uhr, bei (fast) jedem Wetter.

Tomas Fischer, Technischer Leiter

Das war 2020

Das vergangene Jahr wurde maßgeblich durch den Ausbruch des Corona-Virus beeinflusst. Unser Vereinsleben musste sich den wechselnden Verordnungen und den damit verbundenen Auflagen unterordnen. Das hieß für die Mitglieder der Segelgemeinschaft Wendenschloss in jedem Bereich Abkehr von Gewohntem und Bewährtem.

Gemeinsame Einsätze waren nur äußerst eingeschränkt möglich. Somit beschränkten sich die Aktivitäten auf das Minimum an notwendigen Arbeiten zur Erhaltung des Vereinsbetriebes welche mit der kleinstmöglichen Anzahl an Mitgliedern sowie entsprechend der jeweils aktuellen Auflagen zur Ausbreitungseindämmung des SARS-CoV-2 Virus durchgeführt wurden. Auf die Einberufung von Arbeitseinsätzen und Gemeinschaftsarbeiten in gewohntem Rahmen musste in diesem Jahr gänzlich verzichtet werden.

Der Start in die Saison verlief sehr verzögert. Nach Schließung alles Köpenicker Vereine durch das Bezirksamt Treptow/Köpenick Ende März war das Betreten des Vereinsgeländes ausschließlich für Kontrollen von Gebäuden, Außengelände, Steganlage und technischen Einrichtungen gestattet. Langsam und schrittweise wurden ab Mai unter Auflagen die Öffnung der Sanitärräume, der eingeschränkte Trainingsbetrieb, die Nutzung des Außengeländes sowie die Öffnung der Kombüse möglich. Die Messe muss leider weiterhin geschlossen bleiben. Die Überprüfung der Wasserversorgung gemäß Trinkwasserschutzgesetz wird weiter durchgeführt.

Der Kinder- und Jugendsport startete entsprechend und sehr verhalten unter den jeweils zulässigen Bedingungen. Das Auslagern und Abslippen der Boote konnte ab Mai mit umfangreichen Auflagen und kleinsten Arbeitsgruppen bewerkstelligt werden. Trotz veränderter Bedingungen sowie der getroffenen Sicherheitsmaßnahmen zum Infektionsschutz verliefen die Arbeiten routiniert und reibungslos.

Arbeiten zur Bootsüberholung waren längere Zeit nicht möglich. Einige Eigner/innen nutzten die Unsicherheit zum Saisonbeginn um ihre Boote für die Saison in der Halle zu belassen und einer umfangreichen Überholung zu unterziehen. Obwohl mehr Boote in der Halle verblieben als geplant konnte ausreichend Platz für Trainingsbetrieb und vereinseigene Boote geschaffen werden.

Zur Hochzeit der Kontaktbeschränkungen rammte Anfang Mai ein Chartermotorboot unsere Steganlage und verursachte glücklicherweise ausschließlich Schäden an Rammschutzbohle und Gitterrosten. Dem Zufall ist es zu verdanken, dass Mitglieder Augenzeugen des Vorfalls waren und der Verursacher somit bekannt wurde. Reparatur und Schadensersatz stehen aus, da sich der Bootsführer (nicht im Besitz eines Sportbootführerscheines) außer Stand sieht die Schadenshöhe zeitnah zu begleichen da er keine entsprechende Versicherung für derartige Schäden abgeschlossen hatte.

Die kurz vor dem Aufslippen 2019 angefertigten Hafentrailer für zwei Schlauchboote wurden im Mai optimiert, feuerverzinkt und in Betrieb genommen.

Ende Juni wurde unsere Slipanlage per Tauchereinsatz eingehend inspiziert. Ergebnis: Im 21. Betriebsjahr keine Beanstandungen hinsichtlich Lage und Zustand.

August: Es erfolgte die teilweise Neuinstallation der Elektro- und Wasserinstallation am Bollwerk. Die verbauten Befestigungselemente hatten über die Jahre Wind und Wetter nicht mehr Stand gehalten. Unsere RWA-Anlage wurde durch ein Fachunternehmen geprüft und der zugehörige Regensensor nach Ausfall ausgetauscht.

Vor dem Start ins Trainingslager der Kinder- und Jugendlichen in Greifswald/Wiek wurden unsere Schlauchboote mit demontierbaren Positionsleuchten ausgerüstet, um auch auf Seegewässern gesetzeskonform einsatzfähig zu sein.

Die im vergangenen Jahr gegründete Arbeitsgruppe „Bootswaschplatz“ hat zur Saisonmitte ein Projekt für eine Wasserauffanganlage vorgestellt. Auf Beschluss der Mitgliederversammlung im August wurde das Vorhaben mittels Nachtragshaushaltes bestätigt und der Baubeginn noch für das laufende Jahr freigegeben. Nach nur vier Arbeitseinsätzen der Arbeitsgruppe konnten das Bauvorhaben bereits Mitte September abgeschlossen werden. Nach Anschaffung zweier IBC sowie einer Hebeanlage wurde die Anlage zum Aufslippen in Betrieb genommen und erfüllt alle Anforderungen.

Ende September trafen sich Jugendliche und Trainer auf Einladung des Technischen Leiters nach dem Training zu einem Brainstorming zum Thema Neugestaltung des Außengeländes. Viele gute Ideen wurden aufgenommen um unser Vereinsgelände zu optimieren. Spontan entwickelten sich weitere Vorschläge zu Stegbau, Raumnutzung und Sliptechnik. Nach der Ordnung und Priorisierung der Ergebnisse des Abends wird es eine weitere Runde zur Erarbeitung eines abgestimmten Gestaltungsvorschlages geben.

Zur Vollendung der im vergangenen Jahr erfolgten Modernisierung der Sanitärräume wurden weitere individuelle Bad-Ausstattungen in Auftrag gegeben und installiert.

Der seit langem geplante und zu Gunsten anderer Investitionen verschobene Austausch der Lichtkuppeln unserer RWA-Anlage wurde im Oktober unter fachkundiger Leitung in Eigenleistung in Angriff genommen und erfolgreich abgeschlossen.  

Mittlerweile obligatorisch wurden, jeweils durch zertifizierte Berliner Fachunternehmen, im Frühjahr unsere Eichen gegen Befall durch Eichenprozessionsspinner behandelt und anfallendes Laub im Dezember entsorgt.

Im vergangenen Jahr konnten wieder neue Boote in der SGW begrüßt werden. Anfang April stand eine Ixylon in Bestzustand als erstes Boot auf unserem Vereinsgelände. Im Juni tauschte unser Jugendleiter seinen FD gegen einen Carbon-Mast mit modernerem FD im Anhang. In der Saisonmitte konnten wir neue Mitglieder in unseren Reihen begrüßen. Eine Sportina 680 sowie ein Vollholz-Pirat gehören seitdem zum Bootsbestand. Weit vor dem Start der Segelsaison wechselte eine Jantar 21 innerhalb der SGW die Eigner.

Während der Saison konnte ein weiterhin verstärktes Interesse an unserem Verein durch Gastlieger, angereist sowohl auf eigenem Kiel als auch per Trailer, verzeichnet werden. Auch die Nachfrage zur Nutzung unserer Slipanlage durch vereinsfremde Wassersportler hält wie in den letzten Jahren an.

2020 war in jeder Hinsicht ein Jahr, welches die Mitglieder der SG Wendenschloss in außergewöhnlicher Art und Weise forderte. Wie in allen anderen Bereichen des Lebens waren besonders Geduld, Verzicht und Einsicht gefragt. Hoffen wir auf ein neues Jahr, sowohl mit Rückkehr zu gewohntem als auch der Weiterentwicklung neu entdeckter Möglichkeiten.

Allen Freunden und Mitgliedern der Segelgemeinschaft Wendenschloss eine erfolgreiche und, vor allem, gesunde Segelsaison 2021.

Tomas Fischer                                                                                

Technischer Leiter

Steg-Ramming, die Dritte

Am 8. Mai fuhr bei Kaiserwetter ein voll besetztes Chartermotorboot stromab in unsere Steganlage. Glücklicherweise gab es keine Verletzten oder Schäden an Booten. Die Schäden, welche das etwa fünf Meter lange Boot verursachte, sind überschaubar. Die Stegbohle ist zersplittert, ein Gitterrost verbogen und ein paar Gitterroste wurden aus der Verankerung gerissen. Augenzeugen attestieren einen erhöhten Schwierigkeitsgrat um an dieser Stelle einzuschlagen. Der Bootsfüher besitzt keinen Sportbootführerschein.

Unsere Anziehungskraft scheint ungebrochen. Vor fast genau 20 Jahren traf eine Schubeinheit nach Motorschaden an exakt derselben Stelle unsere Steganlage. Ergebnis: Die gesamte Steganlage auf dem Grund der Dahme. Im Mai 2016 rammte ein Partyfloß einen Dalben im Außenhafen, der daraufhin über Grund abknickte. Der Bootsführer (ohne Sportbootführerschein) war erst durch Hinterherfotografieren und „energisches“ Rufen zu bewegen auf Gegenkurs zu gehen und die Angelegenheit zu klären. Dauer bis zur Instandsetzung: 11 Monate.

Was sich im aktuellen Fall im Nachhinein verhältnismäßig harmlos anhört hätte auch ganz anders ausgehen können. Immerhin ist schon bei einem so kleinen Boot inklusive Crew eine gute Tonne Masse in Fahrt. Und das, mit bis zu 15 Pferdestärken beschleunigt, führerscheinfrei. Wiederholt hatten wir eine Riesenportion Glück. An dieser Stelle der Steganlage legen im Trainingsbetrieb unsere Kinder- und Jugendboote ab!

Zwei Trends sind aus der Historie (Stand heute) erkennbar.  Die Schadenshöhe nimmt ab – die Schadenshäufigkeit nimmt zu.

Auch gestandene Skipper schießen mal kapitale Böcke. Aber künftig führerscheinfrei bis 30 PS?

Gespräche zur Schadensregulierung fanden bereits sowohl mit der Charterfirma als auch mit dem Bootsführer statt.

Tomas Fischer, Technischer Leiter