Ansegeln 2019

„Was machst´n du zum Ansegeln?“

War die Frage eine Anspielung auf das nun schon sehr viel länger als geplant andauernde Refit unseres 15er´s? „Unserem Jugendboot fehlt zum Ansegeln ein Bootsführer, kannst du das übernehmen?“ „Und du?“ Blöde Frage, natürlich wollte unser Jugendleiter Denes mit seinem ersten eigenen Boot auf eigenem Kiel unterwegs sein.

Ansegeln, das heißt um 9:00 Uhr im Verein sein. Es wurden Temperaturen im unteren einstelligen Bereich und Niederschläge angekündigt. Also warm anziehen und Thermoskanne rauskramen, versprochen ist versprochen. Denes, Ravi, Svenja, Lina und Niklas hatten unsere Skippi 650 Race schon komplett aufgetakelt. Wir sind das Flaggschiff, also noch den Flaggensatz anbasteln. Fertig.

10:00 Uhr: Eröffnung der Saison mit kurzen Worten unseres Vorsitzenden. Denes´ FD wird nach umfangreichem Refit mit neuem Namen und entsprechendem Zeremoniell offiziell wieder in Dienst gestellt. Am Flaggenmast weht unser Vereinsstander.

Mit Svenja, Lina und Niklas sind wir zu viert. Raus aus dem Hafen, Segel setzen, Fock raus. Niklas übernimmt die Pinne. Lina trimmt das Groß, Svenja die Fock. Es geht am Wind Richtung Karolinenhof. Wetter? Findet statt.

Wir reden über dies und das und haben einen schönen Törn mit viel Gekicher. Rudergänger – top. Segeltrimm – perfekt. Läuft! Ich sitze in Lee und genieße den Augenblick.

Ab Bammelecke geht es dann mit den Booten der SGW im Konvoi zum WSV 1921. Vor dem Anlegen kurze Absprache zu den Manövern. Obwohl soeben erst vom Opti umgestiegen zirkelt Niklas die Skippi perfekt in den Stand. Svenja und Lina kümmern sich um Fender und Festmacher. Ich brauche nur zusehen und stehe standby.

Nach ausgiebigem Klönschnack und Nutzung der gastronomischen Angebote ging es gegen 14:30 Uhr wieder zurück. Svenja hatte noch weitere Verpflichtungen, also ab jetzt zu dritt. Lina drängt noch die Gosener Tonne zu runden. Denes und Ravi sowie Christoph und Niels sind mit dabei. Ein FD, ein 420er und wir passieren die 44er Enge. Auf dem Seddinsee sind wir die einzigen Boote. Niklas geht wieder Ruder. Lina drängelt bereits seit morgens Genaker fahren zu wollen. Der Wind passt. Also Schoten einscheren, Segel anschlagen und hoch das Ding. Mit einem wow von Lina geht es ab. Ich darf nur ein bisschen an der Tackleine fummeln. Rauschefahrt, die Crew grinst.

Als wir um das Gosener Fass gehen ist der FD fast schon wieder an der 44er Enge. Yardstickzahl 94! Wir bleiben mit dem 420er auf Rufweite. Baden bei 9°C Wassertemperatur kann schön sein, muss es aber nicht. An der Bammelecke kommen uns Denes und Ravi mit dem Schlauchboot entgegen und sammeln den 4-2 ein. Wahrscheinlich hatten sie schon abgetakelt und waren geduscht! Ravi steigt über und wir sind wieder zu viert. Am Roseneck ziehen wir nochmal den Genaker. Der Wind kommt eigentlich zu spitz, aber posen vor der eigenen Haustür reicht es.

An der Grünauer Fähre geht der Genaker wieder runter. Und jetzt? Wir machen noch einen Schlag Richtung Köpenick und legen gegen 18:00 Uhr bei Sportfreunden in der Nähe des „Krokodil“ an. Nach kurzem Fußweg durch den Kietz erreichen wir die Eisdiele auf dem Schlossplatz. Eigentlich ist schon geschlossen, aber ein paar Eis auf die Hand gehen trotzdem noch. Auf dem Weg zurück zum Boot erreicht uns per MMS ein Foto von einem Riesenstapel Pizzen. Nun aber los!

Gegen 20:00 Uhr sind wir wieder im Heimathafen. Das Boot liegt sicher im Stand. Pizza essen, dann das Boot aufklaren.

Die letzte Fähre ging bereits vor über einer Stunde. Also slippen Denes und Niels das Schlauchboot und bringen Niklas rüber. Im letzten Tageslicht helfen Lina, Denes, Ravi, Christoph und Niels beim abtakeln.

Was für ein Tag!

Fazit: Neue Bootsführer/innen für unser Jugendboot? Unsere Jugend ist bestens gerüstet. Das ist gut zu Wissen und macht ungemein stolz.

Tomas Fischer